Das Fernsehen schafft sich ab

Seit einiger Zeit baue ich ja meine
Seite neu auf und auch der Blog soll wieder online. Diesmal jedoch
nicht in dem Style eines öffentlichen Tagebuchs, sondern in Form
eines Blogs mit Sammlung von Texten, Gedanken, Ideen or what ever.
Leider bin ich nicht der beste Autor und Textschreiber, aber ich hoffe,
dass ich mich im laufe der Zeit verbessern werde.
Lange habe ich überlegt, wie ich den
Blog neu beginnen soll, doch warum lange auf DIE Idee für DAS Tema
schlechthin warten? Zumal es in den letzten Wochen viele Themen gäbe.

Zum Anlass des ersten Blogs nehme ich nun einfach mal einen Vortrag von Ranga Yogeshwar, einen von mir sehr geschätzten Journalisten, Wissenschaftlers und Moderators. Der Vortrag „Bist du on“ ist über die Mediathek des ZDFs abrufbar. Das Hauptthema: Wie beeinflusst das neue „Medium“ Internet die „alten“ Medien.

Warum kommt es aber immer häufiger vor, dass ich mich für ein Video/Audiofile oder Stream aus dem Internet entscheide und keinen Fernsehsender auswähle? Meiner Meinung nach katapultiert sich das Fernsehen selbst in den Abgrund. Warum? Weil es die Möglichkeiten die es hat nicht nutzt. Das Fernsehen versucht in der heutigen Zeit reißerisch zu sein. Wie vom Herrn Yogeshwar erwähnt: SUPER Talent, SUPERstart, „Megamäßig Geil“. Ohne diese bleibt angeblich die Quote im Keller. Ohne Enthüllungen, Zickenterror und Vulgärsprache?

Das Internet ist ein Rückzugsort und zwar für alle, die die Nase voll haben von super, toll und bling bling. Die Effekthascherei hat das Internet bereits hinter sich. Als ich im Jahr 2004 das Internet auch von zu Hause aus aufrufen konnte war es zumindest für private Seiten üblich bunte blinkende GIF-Dateien auf der Seite einzubinden, damit alles strahlt, funkelt und leuchtet. Heute gilt dieses als No-Go, ebenso wie Webseiten die ungefragt Musik oder sonstige Töne von sich geben.

Das Internet wird von vielen Menschen in meiner Umgebung als Informations- und Unterhaltungsquelle genutzt, die Rolle kennt man doch... Das Fernsehen hatte sie bis vor wenigen Jahren. Doch das Fernsehen hat die Möglichkeiten nicht genutzt. Bis auf vereinzelte Sendungen, wie z.b. Quarks & Co gibt es kaum noch eine deutsche Produktion, die man sich ohne Kopfschmerzen ansehen kann. Es Überwiegen die „RTL-Assidokus“ oder Telenovelas, die auch als Foltermethode in Guantanamo missbraucht werden könnten. Das Fernsehen hat theoretisch viel Geld zur Verfügung. Die Öffentlichen durch die GEZ-Gebühren, die privaten durch Werbeeisnamen die in die Millionen gehen, weitaus mehr als der kleine Blogger aus dem Netz. Würde dieses Geld in guten „Qualitätsjournalismus“ gesteckt werden, hätten es auch eben diese Blogger sehr schwer. Ihre Aufgabe wäre dann wahrscheinlich nur noch das Kommentieren der gesendeten Berichte. Doch so ist es nicht.

Viele Hintergründe erfährt man nur im Internet da irgendwelche Blogger neue Quellen finden, Sachverhalte neu Zusammensetzen um ein neues Licht auf ein Thema zu werfen. Auch im Fernsehen fällt immer wieder nach einem kurzen 2-3 Minuten-Beitrag der Satz „Weitere Informationen über dieses Thema finden Sie natürlich auch bei uns im Internet unter www.XYZ.de“ und schon frage ich mich als Zuschauer warum habe ich dann überhaupt eingeschaltet? Die eigentlichen Hintergründe, die ich brauche um mir ein eigenständiges Bild zu machen, eine eigene Meinung zu bilden finde ich also nur im Netz?

Das das Fernsehen in der Informationspolitik immer mehr in Richtung Themen ansprechen als in die Richtung Themen behandeln. Bleibt nur der Entertainment-Faktor, den ich eigentlich gar nicht zu erwähnen brauche. Das der nur noch aus „Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“ (Die Ärzte) besteht ist allgemein bekannt und die Filme und Serien die entweder selbst Produziert oder Eingekauft werden sind aus den unterschiedlichsten Gründen geschnitten, sodass der Filmgenuss verloren geht.

Solange sich das Fernsehen nicht auf den Hosenboden setzt, den Zuschauer respektiert und nicht nur als Geldquelle sieht ist auch das Internet eine große Gefahr. Das es eine Show die mehrere Millionen in der Produktion kostet nicht schafft auch nur annähernd den Unterhaltungswert eines Abends mit gut gemachten Videos und Kurzfilmen verschiedener Blogger zu bieten, würde mir als Fernsehmacher angst machen.

Das Fernsehen hat nach wie vor die Möglichkeit zusammen mit dem Internet in einer Symbiose zu leben, auch ohne reißerische Aufhänger, sondern mit guten sachlichen Reportagen, Dokumentationen und kurzweiligen, lustigen Shows bei denen man merkt, dass sie mir viel Herzblut produziert wurden und nicht um auf Teufel komm raus eine gute Einschaltquote zu erreichen.


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"Wenn du einen Freund brauchst, kauf dir einen Hund"
Michael Douglas (in „Wall Street“)

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